Aufruf des Kuratoriums an Gemeinden, Städte und Landkreise des Naturparks Barnim zum nachhaltigen Bodenschutz

Im Naturpark Barnim haben der enorme  Zuzug und das damit verbundene Wachstum der Gemeinden und  Städte in den Landkreisen Barnim und Oberhavel in den letzten 25 Jahren einen historischen Höchststand erreicht. In einigen Kommunen ist in diesem kurzen Zeitraum die versiegelte Fläche um bis zu 30% angewachsen. Betroffen sind davon alle Teile des Naturparks, besonders jedoch die berlinnahen Kommunen.

Der mit diesem Wachstum verbundene Verlust an Freiraum hat Auswirkungen auf Schutzgüter, die für den Naturpark Barnim wertgebend und prägend sind. Der Freiraumverlust beeinträchtigt die Artenvielfalt und  die Möglichkeiten der Anpassung an den Klimawandel.  Die zunehmende Versiegelung führt aber auch zu einem dauerhaften Verlust wichtiger Bodenfunktionen für Speicherung, Reinigung und den Rückhalt von Wasser und Schadstoffen. Angesprochen ist damit die Qualität des Wohnumfeldes und damit einer der wichtigsten Standortfaktoren aller Kommunen im Naturpark.

Das Kuratorium des Naturparks Barnim ruft die Gemeinden, Städte und Landkreise  des Naturparks angesichts dieser Entwicklung zum gezielten Bodenschutz auf und empfiehlt dazu den Gemeinden, Städten und Landkreisen des Naturparks den Beitritt zum Europäischen Bodenbündnis (ELSA) und dessen Richtlinien (www.bodenbuendnis.org)  für einen nachhaltigen Bodenschutz.

Verpflichtung der Mitglieder des Boden-Bündnisses (Bozener Manifest-Auszug)

Als Mitgliedstädte und -gemeinden verpflichten wir uns dazu, in voller Ausschöpfung unserer Verantwortung und Zuständigkeit die Ziele des Boden-Bündnisses festzuschreiben und im Sinne der Leitsätze die erforderlichen Maßnahmen zu treffen und umzusetzen.

Wir gehen zielstrebig daran, eine Trendwende im noch immer steigenden Flächenverbrauch und in der Bodendegradation einzuleiten und eine fortlaufende Verbesserung der Bodensituation herbeizuführen. Bei der Lösung dieser Aufgaben beziehen wir im Sinne der Agenda 21 alle Akteure ein. Wir verpflichten uns zu einem laufenden Berichtswesen, zur Festlegung geeigneter Zielgrössen und zu einer Erfolgskontrolle unserer Bodenpolitik.

Darüber hinaus pflegen wir in den Ländern und länderübergreifend einen offenen Informations- und Erfahrungsaustausch mit den Mitgliedkommunen, und entwickeln gemeinsame Projekte und Standards.

Wir fordern die übergeordneten politischen Ebenen auf, zur Förderung des nachhaltigen Umgangs mit Böden und der Realisierung der Ziele des Manifestes entsprechende Rahmenbedingungen zu setzen.

Alle Verbände, öffentliche Einrichtungen und privatwirtschaftlichen Akteure, die diese Leitsätze, Verpflichtungen und Maßnahmen des Boden-Bündnisses unterstützen, sehen wir als unsere Verbündeten an. Bozen, den 24. Oktober 2000  

 

 

 

 

Gebiet

  • Naturpark Barnim