Multimediales BNE-Konzept zur Förderung von Verantwortung und Respekt im Umgang mit der Natur am Beispiel Liepnitzsee

Studentisches BNE-Praxisprojekt im Naturpark Barnim in Kooperation mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Seit dem Frühjahr 2021 erarbeitet die Studentin Michaela König im Rahmen des HNEE-Studiengangs “Bildung - Nachhaltigkeit - Transformation” ein BNE-Praxisprojekt im Naturpark Barnim. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Verantwortung und Respekt im Umgang mit der Natur gefördert werden kann. Hintergrund ist der Besucheransturm im Gebiet, der während der Corona-Zeiten deutlich zugenommen hat. Ziel ist es, eine ganzheitliche Strategie zu entwickeln, welche die vielschichtigen Herausforderungen und Anknüpfungspunkte für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zusammenträgt. Gleichzeitig sollen erste Aktivitäten umgesetzt werden. Die Projektergebnisse werden anderen Naturlandschaften bei Interesse zur Verfügung gestellt.

Der Naturpark Barnim bietet den Menschen vielfältige Gelegenheiten für Naherholung und Naturerfahrung in Hauptstadtnähe. Besonders die Badeseen stellen in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel dar. Doch mit dem zunehmenden Besucheransturm steigen aus naturschutzfachlicher Sicht auch die Herausforderungen: So belastet beispielsweise der liegen gelassene Müll die Natur, offenes Feuer entfacht immer wieder Waldbrände, Flora und Fauna werden durch die Nutzung von nicht markierten Wegen oder durch das illegale Campen in Schutzgebieten bedroht. Auch die Lärmbelästigung durch laute Musik oder Partys am See stellen für die Tierwelt eine Belastung dar. An diesen Beispielen wird deutlich, dass eine umfassende Sensibilisierungs- und Bildungsarbeit zum Verhalten in der Natur eine wichtige Aufgabe der Nationalen Naturlandschaften darstellt. Mit dem oben genannten Projekt soll am Beispiel des Liepnitzsees eine möglichst ganzheitliche Strategie entwickelt werden, die Ansatzpunkte für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bietet, wie ein nachhaltiger und verantwortungsvoller Umgang mit der Natur gefördert werden kann. „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ verfolgt das Ziel, Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen. Bezogen auf das Projekt bedeutet dies, dass die Menschen sich ihrer Verantwortung gegenüber der Natur bewusst werden und entsprechend handeln, damit die Natur- und Kulturlandschaften auch in der Zukunft erhalten bleiben.

Um die Strategie zu erarbeiten, fanden u.a. Gespräche mit verschiedenen Akteuren wie dem Tourismusverein Naturpark Barnim e.V., der Gemeinde Wandlitz und der Ehrenamtsagentur rund um den Liepnitzsee sowie mit thematisch vergleichbaren Initiativen aus anderen Regionen statt.

Wie sehen die Eckpunkte der Strategie und die ersten Umsetzungsschritte im Naturpark Barnim aus?

  • Offene Austauschformate: Sie dienen der Projektvorstellung und dem Ideenaustausch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Im Naturpark Barnim sind für September 2021 offene Gesprächsrunden anlässlich der Nachhaltigkeitswoche Wandlitz und der Zukunftswoche Barnim für die lokale Bevölkerung geplant.

  • Bildungsformate für verschiedene Zielgruppen: Diese werden erarbeitet, um Handlungskompetenzen zu entwickeln. Für die Umsetzung der Konzepte wird mit verschiedenen Partnern zusammengearbeitet. Mit dem aktuellen Projekt “GreenCut - Jugend filmt biologische Vielfalt” erstellen Berliner Schülerinnen und Schüler Videoclips, welche die Herausforderungen im Gebiet des Naturparks Barnim und speziell am Liepnitzsee in vielfältiger Weise aufgreifen.

  • Mediale Akzente über verschiedene Kanäle: Als Ergänzung sollen Presse, Rundfunk, Fernsehen, Onlinedienste und Newsletter nicht nur die Konflikte offen ansprechen, sondern auch Handlungsmöglichkeiten für einen schonenden Umgang mit der Natur aufzeigen. Im Naturpark wird derzeit ein Podcast der Reihe “Grüne Welle” zu diesem Thema erarbeitet. Da auch andere Naherholungsgebiete vor ähnlichen Herausforderungen stehen, sollen die Ergebnisse auch über den Naturpark Barnim hinaus zur Verfügung gestellt werden und in den überregionalen Erfahrungsaustausch einfließen.

Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Eva Roeder unter Tel.: 033397-2999-17 oder Eva.Roeder(at)LfU.brandenburg(dot)de zur Verfügung.

Gebiet

  • Naturpark Barnim

Meldung vom 16.07.2021