ZENAPA - "Zero Emission Nature Protection Areas"

Im Rahmen des EU-Förderprogramms für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik, kurz „LIFE“ genannt, wurde Ende 2016 das Vorhaben „ZENAPA“ gestartet. ZENAPA steht für „Zero Emission Nature Protection Areas“, zu Deutsch „emissionsfreie Großschutzgebiete“ und verfolgt das Ziel, Synergien zwischen Arten-, Natur- und Klimaschutz in Großschutzgebieten herzustellen. Die nationalen und europaweiten Klimaschutzziele (CAP 2020 und CPP 2050) sollen mit Arten- und Naturschutz in Einklang gebracht und durch konkrete Maßnahmen ein Beitrag zu Klima-, Arten- und Naturschutz angestoßen werden. Insgesamt nehmen 12 Regionen in Deutschland und Luxemburg an dem Vorhaben teil. Das ZENAPA Projekt ist mit einer Laufzeit von 8 Jahren angesetzt. Hier erfahren Sie mehr!

 

Klimaschutz-Masterplan des Naturparks Barnim

©Simon Hoffmann

Das Projekt LIFE-IP ZENAPA („Zero Emission Nature Protection Areas“) wurde Ende 2016 im Rahmen des EU-Förderprogramms für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik „LIFE“ bewilligt. Es zielt darauf ab, die Energiewende in Einklang mit den verschiedensten Anforderungen des Klima-, Natur- und Artenschutzes zu bringen.

Um dies zu erreichen, werden durch das Projekt im Wesentlichen fünf politische Strategien verfolgt, welche nachfolgend kurz dargestellt werden. Folglich sollen das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 (CAP 2020), der Klimaschutzplan 2050 (CPP 2050) und der EU-Fahrplan für eine kohlenstoffarme Wirtschaft bis spätestens 2050 (A Roadmap for moving to a competitive low carbon economy in 2050), vorangetrieben werden. Damit einhergehend wird der Klimaschutz in Deutschland und Luxemburg durch ZENAPA intensiviert. Daneben werden mit Hilfe des Projektes ZENAPA positive Biodiversitätseffekte ausgelöst, angelehnt an die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt. Hierdurch werden unter anderem Zielkonflikte zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und Erhalt der Artenvielfalt vermieden.

Damit verbunden ist auch die fünfte Strategie, die Nationale Politikstrategie Bioökonomie. Im Rahmen dieser soll die Erzeugung sowie Nutzung biologischer Ressourcen mit der Bereitstellung von Produkten, Dienstleistungen und Verfahren in allen wirtschaftlichen Sektoren verbunden werden.

Durch ZENAPA werden die fünf genannten Strategien so miteinander kombiniert, dass sowohl ökologisch als auch ökonomisch ein Mehrwert für die Betrachtungsregion geschaffen wird.

Bei der Planung der Maßnahmen wird im Rahmen des Masterplans sensibel mit dem definierten Schutzzweck des Großschutzgebiets umgegangen, um diesen keinesfalls zu gefährden. Somit sind der Schutz, die Pflege und die Erhaltung der Großschutzgebiete genauso wichtig wie der technische Fortschritt zugunsten des Klimaschutzes. Im Rahmen des vorliegenden Projektes sollen sich diese Aspekte nicht gegenseitig bedingen, sondern vielmehr positiv ergänzen.

Das Projektkonsortium umfasst insgesamt 16 Partner, aus acht Bundesländern und dem Großherzogtum Luxemburg. Die Projektkulisse besteht aus elf Großschutzgebieten sowie den überschneidenden Landkreisen und der Nationalpark-Verbandsgemeinde Rhaunen als Modellkommune. Unter den Begriff Großschutzgebiet fallen National-, Geo-, Naturparks und Biosphärenreservate. Insgesamt deckt das Projekt mehr als 10 % der Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland ab.

Den gesamten Klimaschutz-Masterplan des Naturparks Barnim, der 163 Seiten umfasst, finden Sie hier!

Effiziente LED-Flutlichtanlagen auf Sportplätzen: Ein Beitrag zu Natur- und Klimaschutz

©Simon Hoffmann

Der Betrieb einer Flutlichtanlage ermöglicht eine durchgehende Bespielbarkeit von Sportplätzen und gewährleistet in den Wintermonaten einen uneingeschränkten Trainingsbetrieb. Konventionelle Flutlichtanlagen weisen jedoch entscheidende Nachteile auf, wie erhöhte Störanfälligkeit, verzögerter Leistungsabruf, Lichtverschmutzung sowie hohe Energieverbräuche und Betriebskosten.

Vor diesem Hintergrund bietet die Investition in eine LED-Flutlichtanlage das Potenzial einer signifikanten Reduktion des Energieverbrauchs und damit der Betriebskosten, einer optimierten Platzbeleuchtung und einer deutlich geringeren Störanfälligkeit.

Zielgruppen der Veranstaltung am 16. Mai 2019 waren Sportvereine, kommunale Entscheidungsträger und weitere Sportplatzbetreiber, die sich über Fördermöglichkeiten, Einsparpotenziale und konkrete Handlungsempfehlungen in Bezug auf LED-Flutlichtanlagen informieren wollten.

Eine Diskussions- und Fragerunde bot den Teilnehmern Gelegenheit, konkrete Fragen zu stellen und praktische Tipps zu erhalten. Abschließend bestand die Möglichkeit, die LED-Flutlichtanlage des 1. FV Eintracht Wandlitz zu besichtigen.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Klimaschutzprojektes „ZENAPA“ des Naturpark Barnim organisiert. ZENAPA steht für „Zero Emission Nature Protection Areas“ und verfolgt das Ziel CO2-neutraler Großschutzgebiete.

Das LfU Brandenburg ist mit dem Naturpark Barnim und dem Unesco Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin einer von insgesamt 11 Projektpartner.

Die gesamte Präsentation können Sie hier einsehen!

Neue Hecken für Neuholland

Stückweise Entnahme altersschwarer Gehölze (© Simon Hoffmann)

Die großen Agrarflächen von Neuholland im Nordwesten des Naturparks Barnim bekommen neue Hecken. So sollen sie besser vor Wind und Erosion geschützt werden. Der schrittweise Heckenumbau ist Teil des Demonstrations- und Modellvorhabens GoÖko (Gehölznutzung Optimiert Ökosystemleistungen).

Was eine Hecke alles kann

Wie vielerorts in Brandenburg ist auch die Gegend um Neuholland von großen Agrarflächen geprägt. Sie werden von langen Pappelreihen gerahmt, die eigentlich Schutz vor Wind und Erosion bieten sollen. Eigentlich. In Neuholland können die Feldhecken derartige Ökosystemleistungen aufgrund von Altersschwäche und vernachlässigter Pflege nicht mehr erfüllen. Deshalb engagiert sich der Naturpark Barnim gemeinsam mit der BTU Cottbus und einem lokalen Agrarbetrieb für einen sukzessiven Heckenumbau. Abschnittsweise werden altersschwache Pappeln entfernt und durch neue, robuste und standortangepasste Gehölzarten wie etwa Stieleichen, Ebereschen, Schlehen und Weißdorn ersetzt. Ziel ist es, die Schutzfunktion der Hecken wiederherzustellen und auch die Hecken selbst als Biotope zu beleben. Darüberhinaus soll eine wirtschaftliche Biomasse-Nutzung möglich gemacht werden.

Die 5 Säulen des Heckenmanagementprojekts:

Erhalt und Verbesserung des Windschutzes zur Vermeidung von Erosion auf großflächigen Agrarflächen

Verbesserung des Mikroklimas und des Wasserhaushalts durch Erhöhung der Bewuchsdichte

Erhöhung der Artenvielfalt in Feldhecken durch Schaffung einer vielseitigen Gehölzstruktur Sicherstellung einer wirtschaftlichen Nutzbarkeit der Gehölzstrukturen zur Gewährleistung eines langfristigen Erhalts der Hecken

Skalierbarkeit der Forschungsergebnisse mithilfe eines digitalen Entscheidungshilfesystems

Das Heckenmanagementprojekt GoÖko war auf zwei Jahre angelegt und lief bis zum Frühjahr 2021. Nachdem im Herbst 2019 ein runder Tisch verschiedene regionale Akteure zusammengebracht hat und die relevanten Heckenabschnitte bestimmt wurden, konnten im Februar 2020 die Gehölzarbeiten beginnen. Wenige Woche später zeigt sich bereits frisches Grün rund um Neuholland.

Um die Erkenntnisse des Heckenumbaus in Neuholland übertragbar zu machen, umfasst das Projekt auch die Entwicklung eines webbasierten Entscheidungshilfesystems. Auf dass weitere Hecken zeigen, was sie alles können.

Tipp - Eine Radtour zu den Feldhecken: Falls Sie demnächst vorbei schauen möchten: Der Löwenberger-Land-Radweg von Oranienburg nach Lindow führt am westlichen Rand des Heckenprojekts entlang.